VENI, VIDI, GUSTI #8

Genießen für den Seelenfrieden

Wie bereits in einem früheren Kapitel erwähnt, ist Rotterdam die Stadt der modernen Architektur in den Niederlanden.

Rotterdam
„De Rotterdam“ nahe der „Erasmusbrücke“ (Van Berkel & Bos )

„Innovative Ideen haben Raum und das macht die Arbeit als Architektin in Rotterdam so interessant,“ meint meine Nichte, die dort als Architektin arbeitet und mit ihrer Familie auch in Rotterdam lebt. Die „hohe Lebensqualität“ leitet sie davon ab, „dass die Stadtverwaltung mit interessanten und leistbaren Wohnprojekten sowie wenig bürokratischen Hürden und gezielt eingesetzten Unterstützungsfonds auch jungen Familien, Studierenden und Kunstschaffenden entgegen kommt.“ Dieses Flair spürt man, wenn man Rotterdam besucht!

 

„Markthal“ (Winy Maas/MVRDV) im Zentrum Rotterdams

Eines dieser innovativen Projekte ist die seit Oktober 2014 eröffnete Markthalle nahe der Metrostation Blaak. Ein hufeisenförmiges Gebäude, das nicht nur zum Einkaufen von frischen Lebensmitteln errichtet wurde, sondern auch 228 Wohnungen auf 11 Stockwerken bietet. Auch Restaurants und Kneipen haben Platz gefunden und keine Geringerer als Großmeister Jamie Oliver wird in dieser interessanten Konstruktion im Sommer ein Restaurant eröffnen.

 

„Kubushäuser“ (Piet Blom) im Stadtteil Blaak

Nach einem Besuch der Markthal wird man hungrig – verlockend ist die gebotene Kulinarik! Aber erstmal geht es weiter zu den ebenfalls nahe der Station Blaak gelegenen Kubushäusern des Architekten Piet Blom. Es handelt sich um würfelförmige Häuser, die auf einer Ecke stehen und insgesamt ein sehenswerter Gebäudekomplex sind. Ihr Inneres kann man bei einem Besuch des im Komplex befindlichen Museums kennenlernen. Ach ja, wohnen kann man als Tourist_in dort auch: Eine „Stay Okay“-Jugendherberge hat sich dort niedergelassen.

Weiter geht’s zum Oude Haven, der unmittelbar vor den Kubushäusern liegt, dessen erstes Pier bereits 1350 gebaut wurde und der heute als Liegeplatz für Schiffe dient. Einige Kneipen und Restaurants mit Terrassen am Wasser laden zum Verweilen ein. Bei einem Biertje und Broodje lässt es sich gut ausrasten und man hat einen exklusiven Blick auf das Witte Huis, dem ersten Wolkenkratzer Europas, der 1898 fertig gestellt wurde und das Bombardement von 1940 überstanden hat.

 

„De Rotterdam“ (Rem Koolhaas/OMA)

Nach der kleinen Pause führt uns ein abschließender Spaziergang noch zum neuesten „Flaggschiff“ der Stadt: De Rotterdam, ein Gebäude, geplant von „Godfather“ Rem Koolhaas und seinem Office for Metropolitan Architecture (OMA). Um zum Komplex zu gelangen, überqueren wir meine absolute Lieblingsbrücke – die Erasmusbrücke – und betreten den Dreifachturm, der neben Gastronomiebetrieben auch ein Fitnessstudio, ein Großraumkino, Wohnungen und Teile der Stadtverwaltung beherbergt. Es ist derzeit das größte Gebäude der Niederlande und von der Terrasse des Cafés hat man einen unglaublichen Blick auf die Stadt!

Wir legen eine kleine Pause mit Koffie en Taart ein und beratschlagen, wie wir Rotterdam kulinarisch ausklingen lassen wollen:

Stoofvlees für 4

1 kg grob gewürfelte Zwiebel
1 kg Rindfleisch in dicken Scheiben(z. B. vom Schulterscherzl)
etwas Butterschmalz, Zucker, scharfer Senf, Salz und Pfeffer
1 Flasche dunkles Bier
2-3 Scheiben altbackenes Weißbrot
ein Schuss Rotweinessig

Fleisch und Zwiebel anbraten und mit Salz und Pfeffer würzen, mit Bier ablöschen und 10 Minuten köcheln lassen, das Brot mit Senf bestreichen und mit der Senfseite nach unten auf das Fleisch legen, zugedeckt ca. 2 Stunden schmoren, bis das Fleisch sehr weich ist – eventuell Bier nachgießen, gut durchrühren und mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und Rotweinessig abschmecken. Tipp: Dazu schmecken gekochte Kartoffeln und ein kühles Bier!

Stoofvlees

Pesto auf holländische Art

3 Bund Petersilie
2 Knoblauchzehen
140 ml Öl (Olivenöl oder Sonnenblumenöl oder beides gemischt)
150 g sehr alter Gouda
30g Walnüsse
Salz und Pfeffer

Die Walnüsse ohne Fett kurz anrösten, Petersilie kurz waschen und die unteren Stiele abschneiden, Petersilie, Knoblauch, Käse, Öl, geröstete Walnüsse, Salz und Pfeffer in den Mixer geben und solange auf höchster Stufe mixen bis eine sämige Paste entsteht (eventuell etwas Öl nachgießen) und nochmals mit etwas Salz und Pfeffer abschmecken falls nötig. Schmeckt sehr lecker zu Nudeln oder als Dip zu Pellkartoffeln. Tipp: Ein kräftiges Glas Rotwein oder ein kühles Bier dazu genießen!