VENI, VIDI, GUSTI #7

Genießen für den Seelenfrieden

Ich mag es, durch Städte zu flanieren und Spaziergänge durch Rotterdam sind besonders vergnüglich und interessant.

Delfshaven

Wir beginnen einen weiteren Urlaubstag in Delfshaven, einem Stadtteil von Rotterdam, der ursprünglich der Flusshafen der Stadt Delft war und 1886 eingemeindet wurde. Der Blick bietet ein nostalgisches Postkartenidyll – allerdings eines der wenigen, die nach dem Zweiten Weltkrieg übrig blieben. Also doch ein bisschen „Windmühlenklischee“.

Der Hafen ist schon lange nicht mehr in Betrieb, sondern dient als Freiluftmuseum mit interessanten Altstadthäusern, Museen und der Kirche der Pilgerväter. Ein wahrlich historischer Ort – brachen die niederländischen „Pilgrims“ doch von hier im Juli 1620 mit der „Speedwell“ nach Southampton auf, um mit ihren britischen Gleichgesinnten an der Seite der „Mayflower“ in die neue Welt zu segeln. Ein ambitionierter Plan, der schlussendlich an technischen Problemen scheiterte.

Delfshaven mit Pilgrimkirche

Wir lassen das Idyll hinter uns und spazieren am Nieuwe Binnenweg entlang in Richtung Stadtzentrum. Diese Straße ist absolut „Multi Kulti“ – islamische Metzgereien, afrikanische Friseursalons und Kosmetikläden, chinesische Kleingeschäfte und Restaurants sowie niederländische Bäckereien und Kneipen säumen unseren Weg. Es bereitet großes Vergnügen, die Auslagen zu betrachten und die Menschen wahrzunehmen, die sich hier tummeln. So viele Eindrücke verlangen eine kleine Pause, die wir uns im Café „Wester Paviljoen“ bei einem kleinen Lunch gönnen.

Über den Oude Binnenweg, der auch einige einladende Kneipen zu bieten hat, spazieren wir weiter zur Lijnbaan, der ersten großen Shoppingmeile Europas, die zu Beginn der 1950iger Jahre von sich reden machte und als erste autofreie Einkaufsstraße Vorreiterin für andere europäische Städte war. Der Einkaufsbummel ist angenehm. Selten wird es in Rotterdam hektisch, aber es herrscht reges Treiben. Weiter geht es zur Coolsingel – einer wichtigen Verkehrsader der Stadt mit vielen Einkaufsmöglichkeiten – vor allem, mit dem Kaufhaus „De Bijenkorf“, das keine Wünsche unbefriedigt lässt!

Aber die Coolsingel bietet auch Sehenswürdigkeiten wie das Stadhuis (Rathaus) – eines der wenigen Bauwerke, die den Luftangriff vom 20. Mai 1940 überstanden haben. Königin Wilhelmina legte 1914 den Grundstein des niederländischen Monuments, welches seit 1997 unter Denkmalschutz steht. Nur einige Meter weiter finden wir die Börse, auch World Trade Center von Rotterdam genannt, die sich seit 1941 an der Coolsingel befindet und als erstes Gebäude nach seiner Zerstörung durch die deutsche Luftwaffe wieder aufgebaut wurde.

Coolsingel mit Stadhuis bei Nacht

Zum Abschluss unseres Stadtspaziergangs, besuchen wir noch die Witte de Withstraat – mit ihrer lebendigen Szenerie eine der interessantesten Straßen Rotterdams. Hier finden wir Boutiquen von holländischen Jungdesigner_innen, Kunstgalerien, gemütliche Kneipen und mit dem Hotel Restaurant „Bazar“ einen Ort, der das Flair und die „Multi Kulti“-Attraktivität Rotterdams widerspiegelt. Seit 1871 gibt es diese Straße und im Jahr 1900 fuhr dort die erste Pferdestraßenbahn der Stadt.

Wir lassen uns in einer der heimeligen Kneipen nieder und planen, wo wir den Tag mit einem schönen Abendessen ausklingen lassen.

Gebbakken Kaas met Slaatje für 2

200-300 g junger Gouda
Butterschmalz
Ei, Mehl, Brösel
Vogerlsalat
Rotweinessig, Maiskeimöl, Senf, Honig, Salz und Pfeffer

Zwei flache Stücke junger Gouda in Mehl, Ei und Brösel panieren und in Butterschmalz beidseitig ausbacken. Ein 1/16 l Rotweinessig mit 3 Esslöffel Maiskeimöl, etwas Senf, einem Esslöffel Honig sowie etwas Salz und Pfeffer verrühren und den gewaschenen Vogerlsalat damit marinieren. Beides auf einem Teller anrichten und mit knusprigem Weißbrot und einem kühlen Bier genießen. Tipp: Gut schmeckt auch ein Löffel Apfelchutney dazu!

Appeltaart

Für den Boden: 300 g Mehl, 200 g Butter, 1 Eidotter, 150 g feiner Rohrzucker, eine Prise Salz
Füllung: Circa 1-1,5 kg säuerliche Äpfel, etwas Zimt, 1/8 l Apfelsaft, Rosinen, etwas Zucker
Krümelbelag: 90 g Mehl, 40 g feiner Rohrzucker, 40 g Butter, etwas geriebene Vanilleschote

Aus den Zutaten für den Boden einen Mürbteig kneten (kalte Butter in Würfel schneiden und mit Mehl, Zucker, Eidotter sowie einer Prise Salz vermischen und kneten bis ein glatter Teig entsteht – den Teig 15 min im Kühlschrank rasten lassen). Den Mürbteig in eine Springform drücken und dabei auch an den Rändern nach oben ziehen. Die Äpfel schälen und in grobe Stücke schneiden, anschließend mit dem Apfelsaft kurz einkochen und Zimt, Zucker und Rosinen zufügen – kurz auskühlen lassen und auf dem Teig verteilen. Zu guter Letzt die Zutaten für den Krümelbelag vermischen und abbröseln bis grobe Krümel entstehen – diese Krümel auf den Äpfeln verteilen. Den Kuchen auf mittlerer Schiene ca. 50 Minuten bei 190 Grad backen. Den Kuchen auskühlen lassen und mit einer Tasse Kaffee genießen. Tipp: Wer auf die Kalorien pfeift, gönnt sich auch etwas Schlagrahm dazu :-)

Appeltaart