VENI, VIDI, GUSTI #16

Genießen für den Seelenfrieden

Rembrandt, Frans Hals, Vermeer, Jan Steen – um nur einige große Vertreter der niederländischen Barockmalerei im Goldenen Zeitalter zu nennen, laden Amsterdam-BesucherInnen ein, das Rijksmuseum zu besichtigen.

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Zehn Jahre wurde es aufwändig renoviert und umgebaut. Seit 2013 erstrahlt das Nationalmuseum in neuem Glanz und ist wieder vollständig geöffnet. Das Gebäude mit seinen Gotik- und Renaissanceelementen wurde vom Architekten Pierre Cuypers geplant und 1876 eröffnet. Das bekannteste ausgestellte Kunstwerk ist wohl Rembrandts Nachtwache. Karten sollten unbedingt im Internet reserviert werden, sonst heißt es Geduld haben, bis man mit dem Kartenkauf an der Reihe ist.

Wir spazieren nach dem Frühstück der Amstel entlang bis zur Stadhouderkade und auf dieser vorbei an der Heineken Brauerei zum Rijksmuseum. Rund um das Museum ist ein viel besuchter interessanter Platz entstanden – der Museumsplein. Hier befindet sich das „Iamsterdam“ ein Slogan, der seine BesucherInnen begrüßt – die Buchstaben sind über zwei Meter hoch und der gesamte Schriftzug ist 23,5 Meter breit, ein beliebtes Fotoobjekt! Am Museumsplein liegt auch noch das Van Gogh Museum und das Stedelijk Museum, welches vor allem moderne Kunst präsentiert.

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An der Stadhouderkade

Mein Mann und ich haben das schöne neue Rijksmuseum bereits besucht und nachdem wir unsere Freunde dorthin begleitet haben, schlendern wir über den Museumsplein zum Concertgebouw – einem berühmten Konzerthaus in Amsterdam geplant vom Architekten van Gendt und mit etlichen Jugendstilelementen ausgestattet. Es ist die wichtigste Spielstätte der Niederlande für klassische Musik, aber auch ohne Konzertbesuch von innen und außen absolut sehenswert. Weiter schlendern wir der Van Baerlstraat entlang, bis zur P. C. Hooftstraat. So locker und salopp die AmsterdamerInnen an und für sich sind, in dieser Straße regiert Geld die Welt! Dior, Armani, Trussardi und wie sie alle heißen bieten ihre Luxusartikel feil, der Mann meiner Nichte meinte einmal trocken: „Irgendwo müssen die AJAX Amsterdam Profis ja ihr Geld ausgeben“.

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Grachtenimpressionen

Wir schließen den Spaziergang wieder am Rijksmuseum ab und treffen auf unsere Freunde, die ihren Museumsbesuch hinter sich haben. Gemeinsam bummeln wir weiter zum belebten Leidseplein, hier gibt es viele Cafes, Restaurants und Kneipen. Am Abend laden die bekannten Kulturzentren Melkweg und Paradiso zum modernen Musik- und Konzertgenuss ein. Sehr bekannte Namen aus der Rock- und Jazzbranche treten hier immer wieder auf. Allen ist inzwischen nach einer kleiner Pause, deshalb stärken wir uns in einem der vielen Eetcafes.

Am Nachmittag steht noch ein Spaziergang durch den Jordaan an. Der Stadtteil mit seinen kleinen Häusern war ein typisches Arbeiter-und Handwerksviertel, bis es in den 1970iger Jahren hip wurde, hierher zu ziehen. Der Ursprung des Namens ist unklar, aber man geht davon aus, dass durch die eingewanderten Hugenotten in diesem Viertel das französische Wort für Garten Jardin allmählich zu Jordaan wurde. Es ist nach wie vor ein ausgesprochen gemütlicher Stadtteil mit vielen kleinen Geschäften, Handwerksbetrieben, regelmäßig wiederkehrenden Märkten und kleinen Lokalen. Nach so vielen und vielfältigen Eindrücken legen wir eine Siesta im Hotel ein, denn am Abend führe ich meine Mitreisenden noch in mein absolutes Lieblingslokal.

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Cradam – Die große Meeresfrüchteplatte

Das Cradam, „my favorite place to eat“ in Amsterdam! Am Stadtrand, mit der Straßenbahnlinie 10 zu erreichen, befindet sich diese sagenhafte Location. Eine ehemalige Pumpenstation, die einst Dünenwasser in ein Reservoir pumpte, ist heute ein Restaurant. Die Werkshalle wurde im Wesentlichen belassen und schlicht eingerichtet. Das junge Personal ist aufmerksam, freundlich und bemüht. Das Essen ist vielfältig, besonders zu empfehlen sind die Meeresfrüchte und Fischgerichte, doch auch wer ein saftiges Steak oder einen Burger bevorzugt, kommt auf seine Kosten, auch für VegetarierInnen ist immer etwas Leckeres auf der Speisekarte. Einfach hinfahren und genießen!

Wer nach dem Essen noch Lust auf ausgehen hat, kann die in der Nachbarschaft gelegene Westergasfabriek besuchen, ein vielfältiges Kulturprogramm ist garantiert. Wir wollen unseren letzten Abend allerdings so beschließen, wie wir den Städtetrip begonnen haben – mit einem Kopstoot in den Drie Fleesjes!

Matjestartar für 4 auf schwarzem Rettich

250 g Matjesfilet
3-4 Schalotten
¼ Salatgurke
1 Kaffeelöffel Dijon Senf
3 Esslöffel Sauerrahm
Saft einer Zitrone
Salz, Pfeffer

Die Matjesfilets mit kaltem Wasser abspülen und trockentupfen, anschließend in kleine Stückchen schneiden. Die Schalotten und die Salatgurke fein hacken. Matjeswürfel, klein gehackte Schalotten und Gurken mit dem Dijonsenf und dem Sauerrahm verrühren und mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen und abschmecken. Den schwarzen Rettich schälen und in feine Scheiben schneiden. 2-3 Rettichscheiben auf einen Teller geben und das Tartar darauf verteilen. Mit Baguette und einem Glas Weißwein genießen…

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Garnelensuppe und Matjestartar

 

Kartoffelsuppe mit Garnelen für 4

12 geschälte rohe Garnelen (wenn möglich kleine Nordseegarnelen)
2-3 Schalotten
750 g Kartoffeln
1 Liter Gemüse- oder Fischfond (oder halb/halb gemischt)
¼ Liter Schlagrahm
Saft einer Zitrone
einige Safranfäden
Butter zum anbraten und Salz und Pfeffer

Die Schalotten klein hacken, die Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden – beides in Butter anbraten. Mit der Brühe aufgießen und leicht köcheln bis die Kartoffeln weich sind, mit dem Mixstab pürieren. Schlagrahm mit den Safranfäden und dem Zitronensaft verrühren und zur Kartoffelsuppe geben und gut umrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zuletzt die Garnelen zugeben und noch ca. 10 Minuten erwärmen, aber nicht mehr kochen lassen. Mit Baguette und einem Glas Wein oder Bier genießen….